28. Januar - 27. Februar 2011

Ulla Birsner zeigt Bilder gegen den Winterblues

Mit flotten Strichen und leuchtenden Farben warten die in der Mühlengalerie präsenten Bilder von Ulla Birsner auf und drängen durch ihre scheinbare Leichtigkeit die Tristesse der kurzen Tage in den Hintergrund.

Bei der Eröffnungsveranstaltung am Freitagabend in “intimen Rahmen” brauchte es von der Meckenbeurer Malerin nicht viele einführende Worte.

Den meisten Besuchern ohnehin bekannt, gab sie sich nach kurzer Begrüßung kurzerhand der Befragung Einzelner preis. Nicht ganz so unkonventionell wie ihr Exhibitionseinstieg, ist die Motivzusammenstellung, die von Frauenakten über Landschaften und Stillleben bis Patchwork reicht. Dafür ist wiederum die Ausführung der Arbeiten nicht alltäglich. Selten finden sich streng ausgemalte Flächen - immer geben akzentuierte Refexionen plastische Eindrücke, selbst oder gerade wenn sie von angedeuteten Konturen durchschnitten werden. “Ich komme vom Aquarell und zeichne für mein Leben gern”, so auch eine mögliche Erklärung für ihre Kompositionen. “Ich habe kein Anliegen beim Malen, keine Botschaft, ich möchte nur das Schöne und Farbige, das ich bei Gegenständen, in der Natur und beim Menschen finde, auf Leinwand gemalt oder Papier gezeichnet, umsetzen und mit meinen Augen und meinem Farb-Empfinden interpretieren. Das entspricht nicht unbedingt der Wirklichkeit - wobei ich in der konkreten Malerei, ohne gegenständlich zu sein, das Gesehene nur durch Farben und Formen wiedergebe.” Besonders deutlich wird dies bei dem Farbfeldgemälde, aus dem helle Flächen als weibliche, dunkle als männliche Körper und grüne als deren Umfeld symbolisch leuchten. Ulla Birsner hat sich in ihrer künstlerischen Laufbahn ständig weitergebildet - unter anderem bei Professor Glich in München, an der Ulmer Malschule, den Akademien in Überlingen, Trier und Faber Castell in Stein bei Nürnberg.

Bruno Rauscher


Ulla Birsner:

Es ist ungemein spannend, vor einer leeren Leinwand zu stehen, ein Motiv zu skizzieren (mit Kohle) und zu sehen was daraus wird. Entweder habe ich das Motiv vor mir aufgebaut (meine Küchenbilder) oder ich habe es selbst fotografiert, vergrößert und möglichst weit weg von der Staffelei aufgehängt, um nicht in Versuchung zu kommen, zu sehr ins Detail zu gehen. Nach einer Weile aber verselbständigt sich mein Malen, die Farben entsprechen nicht der Natur, auch die auf dem Foto abgebildete Natur verändert sich, d.h. es verschwinden Dinge, Menschen auf dem Foto. Übrig bleibt nur meine Empfindung, meine Stimmung beim Malen. Und die Farben. Und damit sind wir bei meinen großen Vorbildern: den Expressionisten.

Beim Aktmalen muß ich sehr schnell arbeiten, habe die Leinwand schon vorbereitet, d.h. mit Acryl den Untergrund farbig gestaltet, skizziere die Stellung, Haltung und Proportionen des Modells und setze anschliessend nur noch mit Farbe Licht und Schatten.

Wichtig ist für mich das Zeichnen, ohne dieses Handwerk kann ich nicht malen, weil zeichnen mich lehrt zu sehen und damit zu erkennen, wo das Licht herkommt, wie wird der Schatten geworfen, welche Farbe hat der Schatten (er ist nicht schwarz), wie kann ich etwas, das rund ist, auch rund auf das Papier bringen, wie sind die Proportionen zueinander, wie die Perspektive.
Dann kann ich mich nämlich bei den großen Bildern auf das beschränken, was mir wichtig erscheint zu zeigen, d.h., die Dinge auf das wesentliche zu reduzieren.